|
Diese Seite wird zur Zeit inhaltlich überarbeitet.
Borderline-Persönlichkeiten empfinden ihr Leben als eine Achterbahnfahrt der Gefühle- eine Fahrt, aus der sie nicht aussteigen können.
Die emotionale Instabilität ist eines der wesentlichen Merkmale der Borderline-Persönlichkeitsstörung, weswegen die WHO sie als Emotional Instabile Persönlichkeitsstörung Borderline Typus (F60.31) nennt.
Bei mir geht's immer auf und ab, ich habe mich schon daran gewöhnt. Wenn's mir mal wirklich gut geht, dann weiß ich, dass ich schon eine Mionute später wirklich unendlich traurig sein kann, ohne zu wissen warum. Auch die Angst überfällt mich aus heiterem Himmel. Das ist ein ewiges Hin und Her und Auf und Ab mit der Stimmung (Günter Niklewski u. Rose Riecke-Niklewski, 2003, S. 20)
Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeiten erleben weitaus intensivere Gefühle als gesunde Menschen. Dies können abrupt ins Gegenteil umschlagen und so sind sie schweren Stimmungsschwankungen ausgeliefert. Es fällt ihnen zudem oft schwer ihre Gefühle bewußt wahrzunehmen und zu benennen, oft erleben sie unerträgliche Spannungszustände und verstehen sich selbst nicht.
Marsha Linehan vertritt die biosoziale Theorie für die Entstehung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Sie geht demnach aus von einer angeborenen Dysfunktion der Emotionsregulation sowie dem Aufwachsen in einem invalidierenden Umfeld.
Das bedeutet, daß sie von Geburt an besonders sensibel sind und in einer Familie aufwachsen mußten, in der ihre Gefühle mißachtet wurden und sie nicht selten sexuellem Mißbrauch oder körperlicher Mißhandlungen ausgesetzt waren. Ihre emotionalen Bedürfnisse bleiben auf der Strecke
Borderline-Patientinnen sind häufig von Geburt an hoch sensitive Kinder mit biologisch bedingten, angeborenen oder erworbenen Defiziten in ihrer Möglichkeit der Emotionsregulation. Die Patientinnen wachsen zudem oft in einem invalidierenden, sie abwertenden und als inkompetent diskreditierenden Umfeld auf und sind zusätzlich häufig Realtraumata wie Mißhandlung und Mißbrauch ausgesetzt. Dies bedeutet für die Borderline-Patientinnen auch als Erwachsene noch erschwerte Bedingungen, sowohl im Umgang mit sich selbst als auch im Kontakt zu anderen Menschen. Denn durch das psychophysiologische Defizit der Emotionsregulation kann eine erhöhte emotionale Vulnerabilität entstehen (Christine Unckel, 2004, S. 179).
Sind die Betroffenen außer sich, gelangen sie nur sehr langsam zum Ausgangsniveau zurück. Sie verfügen über eine ausgesprochen niedrige Reizschwelle für emotionale Reaktionen (Christine Unckel, 2004, S. 179), was ihr Leben zur ungewollten Achterbahnfahrt werden läßt. Dies kann zu sehr heftigen Reaktionen führen, wie Türenschlagen, Weglaufen, Schreien oder Um-sich-Schlagen. Sie können sich dann selbst schwer verstehen und ihre Mitmenschen verstehen sie in solchen Reaktionen ebenso wenig (Christine Unckel, 2004, S. 179).
Ihre Spannungszustände, in die die Betroffenen geraten, klingen nur langsam ab, so daß sie dann oft zu selbstschädigenden Verhaltensweisen greifen, wie beispielsweise selbstverletzendem Verhalten oder auch Konsum von Suchtmitteln wie Drogen oder Alkohol. Die DBT vermittelt ihnen Skills zur Emotionsregulation sowie zur Streßtoleranz, mit denen sie auf gesunde Weise Spannungszustände rasch beenden können. Zusätzlich erhalten sie Informationen über ihre Erkrankung, mit denen sie ihr Verhalten und ihre intensiven Gefühle besser verstehen lernen.
Literatur:
Niklewski, Günter; Riecke-Niklewski, Rose; Leben mit einer Borderline-Störung, 2003, Trias
Sender, Ingrid; Ratgeber Borderline-Syndrom, 2000, CIP-Medien
Unckel, Christine, Dialektisch behaviorale Therapie (DBT), in Sachsse, Ulrich (Hrsg.); Traumazentrierte Psychotherapie, S. 178-183, 2004, Schattauer
|
|